Main Event 2026

FIA / FIM Main Event Santa Pod Raceway, 22.-25 Mai 2026

Die Europameisterschaft ist eröffnet. Bei hochsommerlichem, heißem Wetter startet die EM in die 2026er Auflage. Rekorde, schnelle Zeiten, knappe Siege gab es zu bestaunen.

Nur vier Tage später muss die Dragsterszene aber einen Verlust hinnehmen, der das Verfassen des Textes für mich sehr schwer macht. Eventwinner und 6-Facher Europameister in Top Fuel Bike, Rikard Gustafsson verliert bei einem Demo Burnout in seiner Schwedischen Heimat am Freitag den 29.5.2026 sein Leben. Ich kannte Ihn nicht persönlich, doch er war quasi schon immer Teil des Sports. Manchmal hält das Leben Sinnloses bereit. Dies ist eines der sinnlosen Ereignisse.

Gustafsson

Unter dem Eindruck dieses Verlustes für die komplette Szene verfasse ich nun diesen Rennbericht.

Meine Rennberichte sind auch immer irgendwie Reiseberichte. Zu viert machten wir uns auf den Weg zum heiligen Gral der Beschleunigungsfetischisten. Benni Voss mit an Bord, sowie Harry und Dieter. Stabile Reisegesellschaft. Auf der Fähre, im donnerstäglichen Morgengrauen ein Smalltalk mit Timo Habermann, und dessen Eltern Heidi und Werner. Es ist schön, das die Familie wieder zurück auf dem Rennplatz ist. Ihr Comeback nach sechs Jahren wurde von vielen mit Freude erwartet. Was wussten wir, was da (im positivsten Sinne) noch auf uns zukommen würde.

Traditionell noch beim Tesco Markt in Wellingborough kleine Einkäufe getätigt und ab zur Strecke. Das Camp wurde wieder in den Bike Pits aufgeschlagen. Auch das ist Tradition und Privileg zugleich. Platz ist knapp, an die 300 Teilnehmer drängeln sich im Fahrerlager. Wir nahmen niemanden den Platz weg und waren beim SSB Team Cleber, Familie Walleit/Grauer angedockt. Los geht es mit großem Hallo, Fachsimpeln und schauen was auf der Strecke passiert. Neben dem üblichen Test Tag Betrieb gab es noch drei Runden Qualifying zum Pro Mod Shootout, Gesponsert von Carl Cox Motorsports. Es gibt am morgigen Freitag 20000 Pfund zu gewinnen. Gefahren wird mit Pro Mods und anderen schnellen Doorslammern auf einen 5.9 Sekunden Index. Man kann in den drei Rennrunden (keine Ausscheidungsläufe) Punkte sammeln. Die beiden mit den meisten Punkten stehen im A Finale um das große Geld. Jerre Rantaniemi, der amtierende Pro Mod Europameister steht gegen den Carl Cox Motorsport Cuda im Finale. Carl Cox selbt ist an diesem Wochenende nicht anwesend, er hat DJ Termine. Für ihn fährt John Reese den Cuda. Er fährt ein Rotlicht, Jerre gewinnt die erste von drei Rennen dieser Serie. Es geht insgesamt um 100000 Pfund. Die nächste Runde ist im Sommer (auch in Santapod), die letzte im Rahmen des Test  und des Sportsman Tages bei den Eurofinals. Eine sehr geile Bereicherung. Im Gegenzug hatten die Sportsman Klassen am Sportsman Tag nur 3 anstatt der sonst üblichen 5 Qualiläufe. Das schmeckte nicht jedem.

 

Rantaniemi

Zum Renngeschehen der einzelnen Klassen. Wie bereits erwähnt unter heißen Bedingungen. 30 plus Grad Celsius hatte es jeden Tag. Der Renntag stellt nun Englands wärmsten Mai Tag dar, der jemals aufgezeichnet wurde. Bei uns zu Hause in Karlsruhe war es mit 31 Grad nicht so warm wie in England. Man zerfloss. Das hatte auch Einfluss auf die Strecke, die nicht immer am Wochenende in perfektem Zustand war, was einige abgebrochene Läufe nach sich zog. Es gab aber genug Top Zeiten, und Rekorde. Es machte das Tunen und Fahrwerkeinstellen eben nicht einfacher.

Erich Gruber, der Wiener mit fast 75 Lenzen

Top Fuel. Drei Nennungen, darunter der „Rookie“ Colin Millar. Der Flyin Fyfer gönnt sich im Ruhestand ein Jahr Top Fuel. Im vierten Qualilauf konnte er mit einer 4.5 Sekunden Zeit seine Lizenz endlich erhalten und am Renntag mitmischen.

Millar

Top Qualifyer ist Jndia Erbacher mit einer 3.98 auf 286 mph. Ehrlich gesagt waren alle anderen Läufe der Fueler eher zum Abgewöhnen. Zweite in der Quali ist die amtierende Meisterin Susann Calin, mit 4.07 Sekunden auf 228 mph. Im Rennen dann Jndia mit dem Byerun und nicht erwähnenswerter Zeit ins Finale. Im anderen Halbfinale dann Colin Millar, er musste den Fyfer leider nach dem Burnout ausmachen und Susanne Calin zieht mit einer weiteren 4.0er Zeit ins Finale ein.

Jndia Erbacher

Das Finale war dann die Entschädigung für die ansonsten sehr schwachen Zeiten. Ein Rennen von Start bis Ziel. Susanne Calin gewinnt mit 3.90 auf 311 mph gegen Jndia mit 4.01 auf 307 mph. Das ist ein Rennen. So muss das.

Susann Calin

Top Methanol: Sieben Teilnehmer, darunter ein Funnycar. Die beiden Deutschen Teams, Strauch und Habermann, mit den einzigen nicht A Fuel Dragstern. Quali eins und Tony Bryntesson ballert eine 5.29 Sekunden Zeit auf die Bahn. Das ist eine Ansage. Silvio wird bei den ersten beiden Läufen mit Shake bedacht. Timo Habermann musste wegen einer defekten Treibstoffpumpe nach dem ersten Burnout zurückgeschoben werden. Was dann im zweiten Lauf, später am Nachmittag geschehen wird, vermag noch niemand zu erahnen. Timo staged, Grün, ab geht es, Wheelie, kurz gepedalt bei ca. 100 Metern und mit einer 5.19 Sekunden Zeit, auf 280 Meilen im Ziel. Das Haus stand Kopf, das Werner Habermann Team ebenso. Was für ein Lauf. Der zweite in FIA Competition nach 6 Jahren Pause. Gratulation. Das war der Europarekord, ganz klar. Nebenbei auch der zweitbeste (in Zeit du Geschwindigkeit) Lauf weltweit.

 

Werner Habermann Racing Wahnsinn, Driver Timo

Das ist der Top Qualifyer. Das ist mal ein Ausrufezeichen. Bei Silvio Strauch platzte dann am zweiten Qualitag endlich der Knoten. Man kämpfte bis Dato auch mit dem (seit letztem Jahr) neuen Chassis immer mit Tyreshake. Besser als 5.4er Zeiten ging es nie. Dann Ohne Shake, zweimal eine 5.34er Zeit. Das Team war sehr erleichtert. Es geht voran. Mit einer 5.340 Sekunden Zeit war man letztlich an Rang 4 Qualifiziert.

Team Engine Ghost, Silvio Strauch

Im Rennen dann obskure Szenen. Sandro Bellio mit dem Funnycar, an zweiter Position liegend, bekommt nach dem Burnout den Rückwärtsgang nicht raus, muss aufgeben. In der anderen Bahn muss Jonny Lagg vor dem Einstagen den Motor abstellen. Kein Gewinner in diesem Duell. Silvio Strauch konnte nicht mal einen Burnout machen. Als er auf das Pedal trat gab es einen Knall, Motor aus, Schirme raus. Das Team konnte auf der Heimfahrt noch nicht abschließend sagen, was die genaue Ursache war. Man wird Ursachenforschung betreiben und in Tierp zurückkehren. Somit Tina Host Nedregard mit einem Byeraun und 5.44 Sekunden im Halbfinale.

Nedergard

Dort wartet Timo Habermann auf Sie, der mit 5.35 Sekunden seinen Byerun bestritt. Tony Bryntesson setzt sich gegen Isaak Lagg durch. Hat einen Byerun im Halbfinale. Tadaa, dazu konnte er nicht antreten. Wahnsinn. Somit wurde im anderen Halbfinale bereits der Sieger, so er denn das Finale antreten kann, ermittelt. Tina Host Nedregard verliert gegen eine weitere 5.3er Zeit von Timo Habermann.

Kann er das Finale antreten? In dieser Klasse ist das an diesem Wochenende gar nicht so sicher. Während Säuberungsarbeiten im Top End entscheidet man sich bei der fortgeschrittenen Tageszeit einfach zu stagen und das grüne Licht zum Rennsieg mitzunehmen. Gratulation Team Habermann, ein fulminantes Comeback von euch. Daumen auch für das Team Engine Ghost / Strauch gedrückt, das der positive Trend aus der Quali sich fortsetzt.

Bellio

Pro Modified: Meine Lieblinge. Zwei Deutsche mit am Start. Zumindest auf dem Platz. Norbert Kuno konnte nicht starten. Die genauen Umstände entziehen sich meiner Kenntnis. Michael Winter im Red Beast 2 hat laut Angaben von Teammitgliedern etliche Teile im Bereich der Hinterachse neu verbaut. Klares Ziel, schneller werden. Beim Test Tag, Carl Cox Shootout kämpfte man noch mit dem Setup, Tyreshakes „and all sorts of Things“ waren da noch präsent. In der Quali aber launchte das Biest dann gerade und ohne großen Shake, wie es sollte. Mit einer 6.43 auf 216 Meilen ist da noch lange nicht Schluss. So allmählich wird das richtig flott. Gratulation für diese gute Arbeit. Damit war man 13er in der Quali. Diese wurde vom Voodoo Hemi, Marc Hartefeld angeführt, insgesamt 3 Holländer in den ersten 4 Rängen zu finden.  Ein vierter kommt nächstes Jahr hinzu. Marc Meihuizen hat das Schrauben satt, und wird den Ehemaligen Pro Dutch Baracuda in dieser Klasse bewegen. Heureka.

Winter

Die ersten acht der Quali sind alle in den 6er Zeiten. Die ersten fünf in den 5.8ern. Aber was nutzt das, wenn am Renntag nicht alle glatt läuft. Bei Kev Slyfield und Peter Wacker tat es das nicht. In Ihren jeweiligen Läufen purzelte der Bremsschirm während des Burnouts heraus. Ausschalten, Feierabend. Komisch, beide hatten nicht sonderlich viel Bewegung im Auto, Schütteln, oder „Bouncen“. Ich hoffe das wird von offizieller Seite gecheckt, ob die Elektrische Abschalteinrichtung nichts damit zu tun hat. Wie auch immer. Nicht zum Lauf antreten bedeutet, dass man nicht gewinnen kann. Michael Winter kann antreten. Gegen David Vegter, dieser leistet sich mit einer 5.8er Zeit keinen Fehler. Michael scheidet erhobenen Hauptes mit einer weiteren 6.4er Zeit aus. Das ist zu Beginn der Saison ein guter Punkt um sich weiter zu verbessern. Das freut mich sehr für das Team.

Hartefeld

In Runde zwei kann Hartefeld den Voodoo Hemi nicht an der Stratlinie halten und Jon Webster kommt weiter. Michel Tooren kann gar nicht erst antreten und Andres Arnover holt sich den Sieg. Robinson besiegt Vegter und Rantanjiemi gewinnt gegen Rusanes (Hammer Motorsport).

Webster

Im Halbfiale bezwingt Andy Robinson im Blown Camaro (sonst sind nur Turbofahrzeuge im Halbfinale) Jon Webster im Turbo Mustang. Jerre Rantaniemi unterliegt in einem knappen Lauf dem Esten Andres Arnover. Er unterliegt mit 0,046 Sekunden.

Robinson

Finale: Robinson fährt ein Rotlicht, die Flucht nach vorne hat sich nicht ausgezahlt. Arnover gewinnt mit einer Zeit von 5.94 Sekunden. Sein erster EM Laufsieg, wenn ich mich richtig erinnere. Er fährt schon die letzten Jahre sehr stark, wird er der neue Europameister?

Rantaniemi

Pro Stock: Die Alund Show? Nachdem er letztes Jahr nicht Europameister wurde, will er bestimmt seinen 14ten Pro Stock Titel in diesem Jahr einfahren. Ein Ausnahmekönner hinter dem Lenkrad und beim Tunen. Heri Riehl mit dem Mercedes Pro Stocker ist sechster in der Quali. Das Auto hat schon zig Jahre auf dem Buckel, in der ersten Rennrunde fuhr er dann wieder in die 6er Zeiten. Er verriet, dass ein neuer Pro Stocker, auch mit Mercedes Silhouette in Arbeit ist, und dieser evtl. schon dieses Jahr zum Testen aus dem Workshop kann. Wir sind gespannt.

Runde eins, Europameister Noren scheidet gegen Malmgren aus, Alund gewinnt gegen Riehl. Ernryd setzt sich gegen Ekengren durch. Im Finale treffen dann Alund und Ernryd aufeinander. Ernryd gewinnt dank eines bombastischen Holeshots. Alund ließ sich 0.3 Sekunden an der Ampel Zeit. Ernryd flog mit einer 0.04er RT los, da konnte Alund mit seiner 6.60er Laufzeit (gegen 6.67) nichts mehr aufholen. Eine Überraschung.

Pro Stock Bike. Der Europameister ist aus Deutschland, Jörg Lymant. Lande rede kurzer Sinn, er wird mit 7.28 Sekunden Top Qualifyer vor Martin Bishop mit 7.59 Sekunden. Ein 4er Feld wird gefahren. Jörg hat in Runde eins keinen Gegner, der war leider „Broke“. Im Finale fuhr er mit einer 7.19 Sekunden Zeit gegen Bishop (7.53 Sekunden) zum Sieg. Gratulation. Ich bin gespannt ob sein härtester Gegner der vergangenen Jahren Bertrand Maurice aus Frankreich noch in den Wettbewerb mit eingreift. Sehr stabile Vorstellung des Deutschen. Gratulation zum Sieg.

Super Twin Bike: Fünf Teilnehmer auf dem Platz. Martin Bühler aus der Schweiz schon nach der Quali ausgeschieden. Top Qualifyer ist Marcus Christiansen. Das Bike ist schon immer ein Leichtgewicht. Das weltweit schnellste „Naturally Aspirated“ Bike. Dieses Jahr wieder mit einem neuen Gadget. Die Abgasführung wurde drastisch geändert, die Abgase werden durch einen Tunnel unter dem Bike bis nach hinter dem Fahrer geleitet, mit dem Ziel, einen Ground Effekt zu erzielen. Das große Ziel ist es, die 60 Fuß (20 Meter) Zeit zu verbessern. Die hat dann wieder Auswirkung auf die Laufzeit. Was soll man sagen. Der laminierte Tunnel ist nach dem ersten Lauf erst einmal weggeschmolzen. Mit Teilen, die man auf dem Platz zusammensammelte verbesserte man das Konzept und siehe da. Die NULL stand letztendlich bei den 60 Fuß Zeiten. Ziel erreicht. Das wird ein 5 Sekunden Bike werden. Die Tüftler Christiansen, Vater und Sohn haben wieder zugeschlagen. Thinking out of the Box, schneller werden. Diese Leistung wird weltweite Beachtung in der Dragbike Szene erhalten. Sicher.

In Runde eins nimmt er das grüne Licht für den Rundensieg mit. In der anderen Paarung kommt Roman Sixta nicht als erster ins Ziel. Voby Jenssen mit dem unterlegenen Bike steht im Finale gegen Christiansen. Die 6.13 Sekunden von Christiansen lassen seinem Landsmann keine Chance. Gratulation und Titelverteidigung? Wir werden es sehen.

Top Fuel Bike: Unter dem Strich gewinnt der Schwede Rikard Gustafsson sein letztes Rennen. Er verstarb wie bereits erwähnt vier Tage danach in seiner Heimat, bei einer Burnout Demonstration. Er ist Top Qualifyer mit der einzigen 5er Zeit. Neil Midgley und Jiri Lukes mit den anderen Fuel Brennern können das an diesem Wochenende nicht erreichen. Die Funnybikes von Olie, Crane, Feruggia, Borg, kommen immer tiefer in die 6er Zeiten. Das wird jetzt (gerade jetzt, nachdem Gustafsson nicht mehr in das Geschehen eingreifen kann) eine Wundertüte, wer den Titel holt. In diesem Rennen wird es nicht spannend. Gustafsson gewinnt die Nummer relativ unangefochten, weil er weltweit seit 20 Jahren einfach einer der Besten in dieser Klasse ist. Weltweit gesehen. Australien und vor allem Amerika mit eingeschlossen. Unter dem Strich gewinnt er gegen den anderen Fuel Brenner im Feld Neil Midgley mit Vorsprung. Rene van den Berg war mit technischem K.O. auch in der Quali schon raus, Jiri Lukes ebenfalls. Mach es gut, Champ. Die Fuel Bike Welt wird dich vermissen. Als Mensch (hörensagen) und Sportsmann.

Super Street Bike: Ein buntes Feld aus England, Malta, Deutschland, Italien, Griechenland, Österreich, Polen, Niederlande und Dänemark macht mächtig Spaß. Daniel Lences aus Ungarn ist am Ende der Gewinner. Er fährt unglaubliche 6.5er Zeiten am Fließband. Die englische Vorherrschaft ist auf jeden Fall Geschichte. Griechenland ist DER Newcommer. In der Quali ist da alles noch verhalten. In der Elimination kommt dann das dicke Ende.

Im Halbfinale steht nur ein Engländer, der Meister Mechaell.  Er scheidet gegen eine 6.58er Zeit des Griechen Lampropoulos aus. Casper Racing stellt auch noch einen weiteren Halbfinalist. Martzaklis verliert knapp mit einer 6.68er Zeit gegen Lences. Im Finale stehen Lences und Lampropoulos. Lences mit einem kurzen Radstand für diese Klasse, Lampropoulos mit nur 1000ccm. Der Ungar gewinnt gegen den Griechen. Ich freu mich schon wie die Sau auf den Rest der Saison. Die Griechen haben 3300 km Anreise nach England, nach Tierp noch mehr, nach Hockenheim nicht weniger. Es waren 8 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Staates aus der Ägäis am Start, noch gab es keinen Sieg für sie. Aber sie sind mittlerweile mehr als nur ein Favouritenschreck.

Team Cleber, Deutschland, Berlin. Was geht? Clemens Walleit und sein Sohn Ricardo Grauer sind nicht nur vorzügliche Camping Nachbarn, nein, sie haben auch etwas am Setup geändert. Man stieg mit den Kawasakis von E85 auf Methanol als Brennstoff um. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein Großer für die sympathischen Berliner. Man muss natürlich ein komplett neues Setup finden. Was macht man mit den Kerzen, mit der Zündung. „Das Sprotzeln“ nervte das Team. Man fand am Ende ein gutes Basissetup, auf das man aufbauen kann. Rang 13 und 14 in der Quali, ausgeschieden in Runde eins, das aber mit ihren schnellsten Zeiten des Wochenendes. Das macht Lust auf mehr. Zudem war es jeden Abend sehr spannend den Erkenntnissen des Tages zu lauschen, den Überlegungen zu folgen, was man beim nächsten Lauf ändern wird. Mittendrin statt nur dabei. Danke an euch, für eure super Gesellschaft. Die Reisegruppe.

Sportsman Klassen:

Super Pro ET. Die „Swiss Invasion“. Mit Alain Dürr, Christian Schneebeli, Claude Knopf, Thomas Haas sind gleich vier Schweizer Teams in dieser Klasse am Start. Dazu kommen vom Kontinent noch Harry Kempenaar und Lucas Potthoff. In Runde eins ist dann leider schon für einige Schluss. Harry Kempenaar hat seinen Pontiac recht konstant eingestellt. Er ist eigentlich ein Heads up Typ. In Runde eins scheidet er gegen Pete Walters aus. Er ist 0.08 Sekunden am Index. Der Gegner macht keinen Fehler und Harry schaut nur noch zu. Lucas Potthoff fährt leider ein Rotlicht, da nützt es auch nichts, das er gegen Scott Hauser +0.0008 Sekunden an seinen Dial In hinfährt. Schade. Mich freut aber sehr Lucas und Vater Jochen mit dem ex-Dragster von Marc Henney, samt dem alten originalen Rennanhänger (mittlerweile generalüberholt) in Pod antreten. Ich bin öfter mit dem Team Henney auf die Insel gereist und durfte im Hänger pennen. Schöne Erinnerungen.  So wie ich Lucas verstanden habe wird das nicht der letzte Ausflug nach England gewesen sein. Thomas Haas gewinnt seine erste Runde. Er war an Nummer zwei qualifiziert. Sein Gegner Jack Brewster fährt ein Rotlicht. Knopf gegen Schneebeli, ein Innerschweizer sauger Duell. Christian Schneebeli gewinnt, da Claude an der Ampel etwas übereifrig reagiert. Alain Dürr verliert hauchdünn gegen den Slingshot des „Limited Funds Teams“ von Marc Cousell. Ja, es ist das „Doppelnull“  Haifischbecken hier auf der Insel (+0.00 Sekunden an den Dial hinfahren). Wenn man sieben Mal im Jahr bei allen Wetterbedingungen auf derselben Strecke fahren kann, dann hat man den Dreh irgendwann raus.

Nützt ja nix, da hilft nur gegenhalten. Thomas Haas hielt es in Runde zwei an der Ampel etwas zu legere. Er verlor mit schlechterer RT. Christian Schneebeli hatte keinen Gegner. Ab in Runde drei. Dort setzte er sich mit perfekter ET gegen „Evil Edna“ Jack Williams durch. Billy Gane, Scott Hauser und Barry Giles stehen Ebenfalls im Halbfinale. Dort Gewinnt Christian Schneebeli das Rennen an der Ampel gegen Scott Hauser, der muss am Ende der Strecke aufholen und Fährt einen Breakout. Über 80 Prozent der Läufe werden an der Ampel gewonnen, isso (nach meiner innoffiziellen Recherche). Billy Gane setzt sich, ebenfalls an der Ampel, gegen Bary Giles durch.

Finale, eine reine Drag Race Union Supro ET Challenge Angelegenheit. Billy Gane, der sich dieses Jahr wieder auf Supro ET konzentrieren möchte setzt sich „im Paket“ (RT+Abweichung vom Dial in) mit 0.018 Sekunden gegen Christian Schneebeli durch. Was für ein packendes Finale.

Pro ET: Es wird ein 32er Feld gefahren. Es sind aber 49 Teams am Start. Einige zu wenig um ein 64er Feld zu fahren. Das bedeutet Hauen und Stechen in den sechs Qualiläufen. Thomas Bublitz schlägt sich gut, belegt Rang fünf in der Quali. Björn Szczendzina liegt auf Rang 15 und Franziska Teeuwen auf 18. Franziska ist in einem für Sie neuen Gefährt unterwegs. Der Challenger ist dann anders zu fahren als ihr Fronttriebler, mit dem Sie bis vor sechs Jahren unterwegs war. Ihr Mann Freek und die Fahrerlahgerlegende Michael Kiez gaben Support. „Ich muss mich noch an das Auto gewöhnen“ sagt Sie. In Runde eins war dann für sie schon Ende. Sie konnte viele Erfahrungen/Seattime mitnehmen.

Für Björn S. sah es am zweiten Qualitag schon nach Rennende aus. Er und die Gebrüder Koch standen da ganz schön bedröppelt auf der Return Road, nachdem Björn Qualmentwicklung schon nach dem Starten des Motors bemerkte. Grübel, Grübel, Kolbenring? Nach einem Tag des Forschens fiel die Diagnose doch etwas milder aus. Ein Sensor machte Zicken. Siehe da, am dritten Tag rollte der Camaro zu meiner Freude wieder an die Burnoutwanne. Im Rennen kam Björn Szczendzina bis ins Viertelfinale (also eliminierte zwei harte Gegner), da schmierte er am Start leider etwas weg. Laut Teammember Alexander Koch verlor man zwei Zehntel auf die 60 Fuß Zeit. Genau die zwei Zehntel, die zum Sieg gegen Mr. Fetherstone gefehlt hatten. An der Ampel hatte er ihn. Schade. Thomas Bublitz schied bereits in Runde eins aus. Am Ende gewinnt Rouwen Dawson im Camaro gegen Marc Huxley, im Toyota.

Super Gas: Maximilian Scharnagel ist genannt. Wer ist das, fragt man sich? Ein neues Gesicht im Fahrerlager. Ein Freund von Til Schöninger, der letztes Jahr mit auf der Skandinavien Tour war. Hat Feuer gefangen, Blut geleckt, war angezündet und wollte selbst fahren. Plan gefasst, Plan umgesetzt. Testen in Zerbst, erstes Rennen in Clastres, nun Santapod. Leider gab es am Testtag einen Lagerschaden mit Spahnbildung in der Ölwanne. Ende Gelände. Der Motor wird revidiert und weiter geht’s.

Super Gas, wie auch Super Comp erfahren auch auf der Insel einen Aufschwung. Da ist man vor noch nicht allzu langer Zeit auch nur mit einer Handvoll Autos gestartet. Nun wieder an die 20 Nennungen. In Super Gas gewinnt Collin Morrice gegen Martin Curbishley.

Super Comp. Til Schöninger als Deutscher, äh, Bayuvarischer Vertreter. In der Quali auf Rang 11 von 20 Teilnehmern. In Runde eins dann trotz besserer RT gegen Ronnie Mercer ausgeschieden. Til fühlt sich wohl in der Klasse. Dave Fulton gewinnt am Ende gegen Leah Kellett das Finale.

Competition Eliminator: Der TTK Golf von Markus Welte ist ebenso am Start, wie Rene Ehrismann aus der Schweiz, mit dem Orangli Bel Air. Markus Welte musste am zweiten Tag die Segel streichen. Der Golf lief wie ein Uhrwerk, der Rücken des Fahrers lies ein weitermachen nicht zu. Wir wünschen gute Besserung und das in Hockenheim, mit verbessertem, noch bessere Zeiten als die 6.7 Sekunden möglich sind. Was für eine Leistung. Rene Ehrismann schied in Runde zwei durch Rotlicht aus. Die magische 6er Zeit hat es noch nicht gegeben. Das kommt dann beim nächsten Rennen.

Leider war wie immer nicht genügend Zeit um alle zu treffen, mit denen man gerne reden möchte. Aber, das ist wohl immer so. Zumindest bei mir. Ich hatte eine wahnsinns Zeit mit der Reisegruppe und Henrik Vormdohre, unseren Fotosupporter. Da kommt auch eine Main Event Galerie.

So, schon wieder rum. Kann jedem nur empfehlen mal hinzufahren, Santa Pod, Home of Speed.

Markus Münch.

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